|
Sehr bald
jedoch entstand in der öffentlichen Meinung und der bayerischen
Regierung eine starke Gegnerschaft zu Wagner,
ausgelöst durch seine Verschwendungssucht, das aufwändige
Theaterprojekt sowie seine Einmischung in politische Angelegenheiten
und seine Beziehung zur Ehefrau Hans von Bülows. Im Jahre 1865
kam es zum Eklat, nachdem Wagner in einem Zeitungsartikel die Entfernung
mehrere Personen aus dem Kabinett verlangte, "...welche nicht
die mindeste Achtung im bayerischen Volk genießen." Dem
König blieb keine Wahl, am 10.12.1865 musste Wagner sehr zum
Leidwesen Ludwigs in Richtung Schweiz abreisen. Am 21.06.1868 wurden
in München "Die Meistersinger von Nürnberg"
uraufgeführt. Wagner wohnte der Aufführung in der Loge
des Königs bei und nahm dort den Beifall des Publikums entgegen.
Zu massiven Verstimmungen zwischen dem König und ihm kam es
aber anlässlich der Uraufführung des Rheingold im Jahre
1869 und der Walküre 1870. Wagner sah seine Idee, eigene Festspiele
zu veranstalten und den gesamten "Ring" an vier Abenden
hintereinander aufzuführen, gefährdet.
Wagner reiste
am 31.08.1869 nach München und stieg bei Reinhard Schaefer
(Gründer des ersten Richard Wagner-Vereines in München im Jahre
1871) ab. Doch alle Bemühungen, die Uraufführungen in
München zu verhindern, scheiterten. Wagner kam in der Folge
nur noch wenige Male nach München, so am 12.11.1880, als er
das Vorspiel zu "Parsifal" für Ludwig II. dirigierte.
Zum letzten
Mal "kehrte" Richard Wagner nach München "zurück",
als seine sterblichen Überreste am 17.02.1883 von Venedig nach
Bayreuth überführt wurden. Der König ließ die
Fahrt für etwa 2 Stunden unterbrechen. Vertreter der Münchner
Gesellschaft versammelten sich auf dem Zentralbahnhof mit Fahnen
und Kränzen. Unter ihnen befand sich auch eine Abordnung des
"Münchner Richard Wagner-Vereins". Der König
sagte: "Den Künstler, um welchen jetzt die ganze Welt
trauert, habe ich zuerst erkannt, habe ich der Welt gerettet."
Und in der Tat: ohne Ludwig II. wären "Die Meistersinger
von Nürnberg", Der Ring des Nibelungen" und der "Parsifal"
wohl nie entstanden.
|