Veranstaltung:
Dr. Eckart Kröplin (Vortrag)
„Richard Wagner und Russland“
Künstlerhaus am Lenbachplatz
Samstag 14.03.2026 - 15:00 h
Wagner und Russland? Dieser Fragestellung, die in der deutschsprachigen Wagnerliteratur bislang als peripher angesehen wurde, geht Eckart Kröplin in seiner ausführlichen Kulturgeschichte nach, die auch so manche überraschende, bislang nicht bekannte Tatsachen vorstellt. Er beschreibt wesentliche biografische Momente wie Wagners Kapellmeistertätigkeit in Riga, sein Verhältnis zum russischen Revolutionär Bakunin, seine große Konzertreise 1863 nach Petersburg und Moskau, das Verhältnis russischer Musiker und Dichter zu dem deutschen Komponisten und dessen revolutionären ästhetischen Ideen und weiterhin auch die zeitweilige Dominanz Wagnerscher Opern im Repertoire der Opernhäuser und Konzertsäle des Landes oder seine herausragende Bedeutung für die Künstlerkreise des russischen Symbolismus und schließlich seine widerspruchsvolle Rezeption nach der Oktoberrevolution und unter der Stalinherrschaft. In Wagners Verhältnis zu Russland bzw. Russlands Verhältnis zu Wagner spiegelt sich ein facettenreiches Spannungsfeld europäischer Kulturgeschichte.
Eckart Kröplin wuchs in Bützow (Mecklenburg) auf und besuchte dort die Oberschule. Nach dem Studium der
Musikwissenschaft an der Universität Leipzig war er zunächst als Lektor beim Musikverlag Breitkopf & Härtel / Deutscher Verlag
für Musik in Leipzig tätig. 1969 wurde er wissenschaftlicher Assistent, dann Oberassistent, 1979 Dozent und 1982
Professor für Theorie und Geschichte des Musiktheaters an der Theaterhochschule Leipzig. An der Leipziger Universität
promovierte er 1975 und wurde dort 1978 habilitiert.
Ab 1984 wirkte er als Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten an der neueröffneten Semperoper in Dresden und später an verschiedenen weiteren Theatern in Sachsen und Thüringen. Er trat mit mehreren Buchpublikationen, zahlreichen Aufsätzen und wissenschaftlichen Studien in verschiedenen Fachorganen und thematischen Sammelbänden sowie auf internationalen Tagungen und Kongressen hervor. Des Weiteren war er an mehreren Universitäten, Hochschulen und Theatern des In- und Auslandes, so in Dresden, Hamburg, München, Essen, Moskau, Göteborg und Stockholm als Gastdozent bzw. Gastdramaturg tätig. Seine vorrangigen Forschungsgegenstände sind Richard Wagner, die romantische deutsche Oper, opernästhetische Fragestellungen und das Musiktheater in der Sowjetunion (vor allem Schostakowitsch).